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Der DLT Servo Motor von 1984

Als 1983 die Konzeption des DLT Laufwerkes entwickelt wurde, waren gerade mal die ersten Hall-Sensoren in der Form eines Transistors auf dem Markt. Erst damit konnte man die neuen büstenlosen Gleichstrommotoren überhaupt stufenlos und vor allem präzise steuern, nämlich kontrollieren.

 

Mit ganz normalen Wechselstrommotoren von Papst (zum Beispiel denen aus dem Tonbandgerät Revox A77 von 1967) konnte man Tonbänder und Spulen schon irgendwie auf- und abwickeln. Nur mit dem Bremsen war das so eine Sache und mit dem feinfühligen stufenlosen (An-) Lauf war es noch gar nichts. Das hätten die Entwickler von Revox/Studer früher gerne auch schon gehabt, das gab es aber nicht.

Die Spulen sind Hand gewickelt

Die Größe des gesamten Daten-Bandgerätes war durch die neuen 5 1/4 Zoll Festplatten vorgegeben. Wir vermuten, daß damals diese Motoren neu konstruiert wurden. Es gab natürlich auch noch keine so perfekten numerisch steuerbaren Roboter wie heute, die diese Wicklungen auf die Polschuhe winden konnten. Also war Handarbeit angesagt. Schauen Sie weiter unten, wie schön das heute Maschinen machen können.

Der DLT Rotor aus dem Copal Motor

Der Rotor enthält den Permanentmagneten. Dessen Kraft bestimmt weitgehend das Drehmoment des Motors. Sie sehen hier die Bauhöhe und den Durchmesser. Wir vermuten, daß von Anfang an die Forderung nach absolut mechanikfreier Wickelfunktion vorgegeben war.

 

Das bedeutet, von ganz langsam und zaghaft bis kräftig und langsam und dann ganz schnell, das mußte der Motor alles können. Und zwar in beide Richtungen und dazu auch noch perfekt geregelt.

Der moderne VS80 Servo Motor

Der moderne Servo Motor ist erheblich flacher als früher. Hier der eine Motor mit derm Kranz für die DLT Kassette.

Das ist der zweite Motor, auf dem die Aufwickelspule (normaler weise) sitzt. Siehe das Bild weiter unten.

 

Es sind jetzt zwei verschiedene Typen, nur die Spulen und der Magnet sind gleich und beide haben keine eigene Elektronik mehr. Eine Platine steuert beide Motoren. Ob das ein Vorteil sein wird, wird sich zeigen.

Und so sehen die beiden neueren DLT1 / VS80 Motoren nebeneinander aus, wenn sie ausgebaut sind.

So wickeln nur Roboter, die perfekt programmiert sind. Es war bestimmt auch eine Kostenfrage, warum die Motoren von Mitsumi, einem der größten Hersteller von CD und DVD Laufwerksmotoren der Welt gefertigt werden.

Hier jetzt der Vergleich des kleineren aber höheren alten DLT Rotors (links) gegenüber dem extrem flachen aber größeren modernen Rotors (rechts). Der dicke graue Ring ist jeweils der Permanent-Magnetring.

Wie kühlt man solch einen Motor ?

Uns Ingenieuren ist immer noch nicht klar, wie diese neuen Motoren auf Dauer gekühlt werden sollen. Das Band aus der Kassette ist immer noch genauso schwer wie damals (Type IV). Als braucht man die gleiche Kraft und damit die gleiche elektrische Leistung wie mit den alten Motoren. Das Band soll mit genau der gleichen Präzision beschleunigt und abgebremst werden wie bei DLT und nach wie vor schnell umspulen.

 

Natürlich darf es auch jetzt nicht das Band zerfetzen und auch keine Schlaufen bilden. Also mal sehen.

 

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